Antworten auf Fragen zum Erhalt von innerörtlichen Grünflächen

Hir finden Sie Antworten auf eine Anfrage des NABU

Einige grundsätzliche Erwägungen zum Zuzug und zur Ortsentwicklung. Mit dem Ortsentwicklungskonzept hat die Gemeindevertretung im letzten Jahr einen Fahrplan für die nächsten Jahre beschlossen. Dieser sieht unter anderem vor, in den nächsten Jahren keine neuen zusätzlichen Bauflächen auszuweisen sowie eine gewünschte Grundstücksgröße von 800 m² einzuhalten. Beide Grundsätze teile ich. Eine vollständige Umsetzung dieser Anforderungen ist  jedoch von vielen Faktoren abhängig und liegt nicht immer in der Entscheidungshoheit der Gemeinde. So können Grundstücksgrößen nur in Bebauungsplangebieten vorgegeben werden, in unbeplanten Gebieten ist so etwas nicht so einfach möglich.

Des Weiteren mehren sich bundesweit Stimmen, dass seitens der Kommunen zu wenig Bauland zur Verfügung gestellt wird und dass insbesondere im Umland von Großstädten doch über eine andere Herangehensweise nachgedacht werden soll. Es wird überlegt in die Planungshoheit der Gemeinden einzugreifen, sei es durch eine übergeordnete Raumordnung oder andere Ansätze gemeinsamer Planung. Zum Beispiel fordert die AfD, dass es Bundesbaugesetze geben soll, die sich in Ballungsgebieten über die Planungshoheit der Gemeinde hinwegsetzen können. Dies lehne ich entschieden ab. Trotzdem wird sich die Gemeinde diesen Anforderungen stellen und auch ihren Anteil leisten müssen. Hier liegt es an uns, wie wir das bewältigen.

Im Moment ist die gemeindliche Infrastruktur jedoch voll ausgelastet. Kitas und Schulen sind mehr als voll. Verkehrsmittel, -wege und Parkplätze zu Spitzenzeiten auch. Hier muss dringend gehandelt werden. Sei es durch Neubau von Kitas und Schulen oder die Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs. Wenn dies erledigt ist, kann über die eventuelle Ausweisung neuer Baugebiete gesprochen werden. Vorher nicht.

Zusammenfassend muss man sagen, über kurz oder lang wird die Gemeinde weiteres Bauland ausweisen müssen. Dies muss vernünftig besprochen und vorbereitet werden.

Aber auch hier der obligatorische Hinweis: Ein Bürgermeister ist in erster Linie Chef der Verwaltung und Repräsentant der Gemeinde nach außen. Politische Entscheidungen trifft die Gemeindevertretung und hier hat der Bürgermeister eine Stimme von vielen.

Nun zu ihren Fragen. (Fragen in kursiv) Die rechtlichen und finanziellen Voraussetzungen für die jeweiligen Maßnahmen lasse ich jetzt bewusst unter den Tisch fallen, das wäre zu ausführlich und auch nicht zielführend. Wenn man es denn umsetzen will, werden sich dafür auch Wege finden.

Die Frauenheide

Der Lakgraben sollte mit einem Gehölzstreifen versehen werden, und zwar 5 m östlich neben dem Graben. Der Gehölzstreifen sollte 1 m breit sein und aus Sträuchern und Bäumen bestehen. Starke Winde werden damit gemildert, die Durchlüftung erfolgt sanfter, die Feuchtigkeit bleibt länger im Boden und die Bodenfruchtbarkeit steigt. Es werden Brutplätze für Heckenbrüter geschaffen, die Artenvielfalt steigt. Für notwendige Flächenkäufe sind Verhandlungen mit den Eigentümern zu führen, alle Möglichkeiten der Förderung dieser ökologischen Aufwertung sind auszuschöpfen.

Diesen Vorschlag finde ich attraktiv und sinnvoll.

Alter Sportplatz

Der frühere Sportplatz zwischen Fließ- und Rosa-Luxemburg-Straße sollte als offenes Landschaftselement erhalten werden. Die Fläche ist Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere und Erholungsraum für die Einwohner.

Ist im Flächennutzungsplan als Grünfläche enthalten. Hier muss geprüft werden, wie eine Bebauung effektiv verhindert werden kann.

Der Rehwinkel

Die Fläche zwischen Ortskern Eggersdorf und Friedhof ist landschaftlich vielseitig und sammelt die Niederschläge aus der Umgebung, bevor sie über den Graben zum Waldsee abgeleitet werden. Die gesamte Fläche ist als Pufferzone für den Landschaftswasserhaushalt von großer Bedeutung. Einige offene Teile haben das Potenzial als Ausgleichsfläche für Ersatzpflanzungen bzw. für die Anlage von Streu- und Wildobst. Die Fläche sollte frei von jeglicher Bebauung gehalten werden.

Auch diesem Vorschlag stimme ich zu. Diese Grünfläche ist wirklich ortsbildprägend. Die in der Gemeindevertretung besprochene Idee einer Ortsumgehungsstraße über diese Fläche lehne ich aus ökologischen, aber auch aus verkehrstechnischen Gründen ab. Die momentan vorhandene Kreuzung Umgehungsstraße/Bahnhofstraße ist nicht für noch mehr Verkehr geeignet und bietet auch keinen Platz dort etwas zu verändern. Zumindest der  Verkehr nach Berlin könnte über die Tasdorfer Straße (OT Eggersdorf) abfließen.

Waldflächen in Petershagen/Eggersdorf

Unsere Waldflächen haben mit dem Wegfall der Baumschutzsatzung auf Wohngrundstücken eine größere Bedeutung bekommen. Die in Petershagen/Eggersdorf noch vorhandenen Waldflächen sollten deshalb vollständig erhalten werden, insbesondere:

Siehe hierzu auch meine einleitenden Worte. Es ist fraglich wie lange wir uns dem Siedlungsdruck noch entgegen stemmen können. Falls dies nicht mehr möglich ist, kommt für mich eher die Inanspruchnahme innerörtlicher Flächen in Frage, als komplett neue Flächen im Außenbereich zu ermöglichen.

  • die Waldflächen zwischen Bruchmühler und Andreas-Hofer-Straße,

Ja, sollte erhalten werden.

  • die Waldflächen zwischen Bruchmühler und Uhlandstraße.

Ja, sollte erhalten werden. Ausgenommen den Teil für den neuen Kitastandort. Diese soll auch nicht die gesamte Fläche in Anspruch nehmen.

  • die Waldflächen zwischen Bruchmühler und Weserstraße nördlich der Karl-Liebknecht-Straße,

Tendenziell ja, es muss geprüft werden, wie sie erhalten werden können.

  • die Waldfläche zwischen Lakgraben und Eggersdorfer Straße,

Für den Fall, dass eine, wie eingangs erwähnte Renaturierung und Aufwertung des Lakgrabens stattfindet, könnte diese Fläche als Bauland genutzt werden.

  • die Waldfläche an der Brunnerstraße gegenüber der Johannesstraße,

Eine mögliche Bebauung ist bereits im Bauausschuss vorgestellt worden. Die zuletzt vorgestellte Variante mit behutsamer straßenbegleitender Entwicklung, bei Erhalt des Waldes in der Mitte kann ich mir vorstellen.

  • die Waldfläche zwischen Brunner- und Adolfstraße,

Diese Waldfläche ist ebenfalls im Flächennutzungsplan enthalten und soll auch bestehen bleiben.

  • die beiden Waldflächen an der Unionstraße,

Diese Flächen sind doch eher klein und stehen einzeln, ohne Anbindung an andere größere Naturräume. Ich würde sie vorerst nicht für eine Einfamilienhausbebauung freigeben wollen. Die Nutzung für andere sinnvolle Zwecke, wie Kita, ist aber vorstellbar.

  • die Waldfläche zwischen Teilungssee und Manassestraße,

Diese Fläche soll erhalten bleiben. Zumal sie ein Feuchtgebiet ist, welches auf Grund des Bodens kaum für Bebauung geeignet wäre.

  • die Waldfläche südlich der Wiesenstraße gegenüber der Beethovenstraße.

Ja auch diese Grünfläche soll erhalten werden und ist im Flächennutzungsplan auch so ausgewiesen.

Gewässerrandbereiche

Stehende und fließende Gewässer sammeln die anfallenden Niederschläge, teils direkt, teils über sichtbare Zuflüsse und teils über unterirdisch fließendes Schichtenwasser. Mit abnehmender Entfernung zum Gewässer nehmen die Wassermengen zu. Zur Sicherung des unterirdischen Wasserabflusses und zur Erhaltung der vollen Wasserkapazität im Erdreich ist es notwendig, die Randbereiche in einer Mindestbreite von 50 m um die Gewässer frei von Versieglung und von Fundamenten im Erdreich zu halten.

Muss in Abhängigkeit von tatsächlicher Lage und schon bestehender Bebauung geprüft werden, ist aber vorstellbar.

Grünfläche südlich der Friedhofstraße

Entlang des Grabens südlich der Friedhofstraße sollte ein Streifen von 50 m Breite frei von Versieglung bleiben, zur Aufnahme von größeren Wassermengen bei auftretenden Starkniederschlägen. Die Sicherung dieser hydrologischen Pufferzone sollte über den aufzustellenden Bebauungsplan erfolgen.

Auch hier sind die Schaffung eines Bebauungsplanes und anschließende Bebauung bereits im Gespräch. Ich sehe diese skeptisch und war von den Vorschlägen nicht so begeistert.

 

Fragen von Andreas Hinz